Allgemeines:

1896 wurde das Land Vorarlberg dem Herz Jesu geweiht. Aus diesem Anlass wurde dann von dem Stuttgarter Architekten Joseph Cades 1905 – 1908 diese Kirche erbaut. Zur Bauzeit war sie eigentlich als Schülerkirche konzipiert, da die Anzahl der Schüler stetig stieg und man diesen den täglichen Gottesdienst ermöglichen wollte. 1958 wurde sie zur eigenen Pfarre erhoben.

 

Architektur:

Hierbei handelt es sich um eine neugotische basilikale Anlage mit Querschiff und Doppelturmfassade. Innen sehen wir ein dreischiffiges basilikales Langhaus, sechsjochig, zweijochiger Chor mit 5/8 Abschluss. Hohe Spitzbogenarkaden zu den Seitenschiffen.

 

Altar:

Neugotischer Aufbau nach Bildprogramm von M. Flunck SJ, 1911. In der Mittelnische sieht man Jesus Christus. Links außen Relief Anbetung des Kindes, und daneben das letzte Abendmahl, rechts neben Jesus sieht man Jesus Christus am Ölberg und ganz rechts die Himmelfahrt Christi. An den Flügelaußenseiten sind je drei Engel als auch die Schreinwächter Petrus und Paulus. Darüber unter Fialbaldachinen links die heilge Maria und rechts der Evangelist, der heilige Johannes.

Seitenaltäre:

ganz links: auch hier neugotischer Aufbau – in der Mitte zu sehen ‚guter Hirte‘ umgeben von Armen und Kindern und Reliefs; an den Flügelinnenseiten: Heimkehr des verlorenen Sohnes; Jesus mit Maria und Martha; rechts Jesus um Haus des Zöllners Zachäus; Jesus und die Samariterin. Unter dem Auszugsbaldachin der heilige Johannes der Täufer.

mittellinks: In der Mitte Krönung Mariens. Flügelinnenseiten: Heimsuchung; Verkündung; rechts Darbringung im Tempel; zwölfjähriger Jesus im Tempel. Auszugsbaldachin Anna selbdritt.

mittelrechts (rechts vom Chorraum): neugotischer Aufbau – in der Mitte Tod Josefs; an den Flügelinnenseiten: links König David; rechts Erzvater Josef und in den Auszugsbaldachinen die heilige Theresia von Ávila und der heilige Johannes vom Kreuz

ganz rechts: neugotischer Aufbau – in der Mitte der heilige Aloysius erhält aus der Hand des heligen Borromäus die Kommunion; Flügelinnenseiten: links der heilige Alfons Liguori; rechts der heilige Albertus Magnus und in den Auszugsbaldachinen die heilige Gertrud die Große und der heilige Augustinus.

 

Kanzel:

Auch hierbei handelt es sich um Neugotik aus den Jahren 1939 – 1941 nach Plan von Theodor Schnell und von Georg Bachman hergestellt; die Figuren von Franz Albertani und gefasst von Pizzinini. Kanzelfuß mit drei Cherubim mit Flammenschwert und Schilden; am Korb Reliefs nach Bildprogramm von Friedrich Schöch; links: Widersacher mit Jüngling; Mitte: Rettung Petri aus Seenot; rechts: Übertragung des Lehramtes an die Apostel und Taufe des Jünglings; auf dem Schalldeckel finden sich die vier Evangelistensymbole und Baldachin mit Kreuzblume.

 

Glasmalereien im Chor: von rechts nach links:

1. Evangelist Lukas erkennbar am Stier

2. Evangelist Johannes erkennbar am Adler

3. Evangelist Matthäus erkennbar am Menschen

4. Evangelist Markus erkennbar am Löwen

5. Christus und die Emmausjünger

6. Anbetung des Kindes

7 und 8. heilige Dreifaltigkeit

9. Christus mit Kindern

10. Christus erscheint Margaretha Maria Alacoque

 

Glasmalereien im Langhaus: Zyklus von Martin Häusle, 1958, nach Bildprogramm von Josef Böckle, Ausführung von Rudolf Marte; Hauptthema Verheißung und Erfüllung der Botschaft Christi:

links von hinten nach vorne:

1. Adam und Eva, Vertreibung aus dem Paradies, Fluch über die Schlange, Versuchung Jesu, Christi Tod und Auferstehung

2. Kain erschlägt Abel

3. Opfer Noahs nach der Sintflut

4. Abrahams Berufung, Auszug aus Kanaan, Sohnverheißung, drei Gäste

5. Opfer Melchisedechs

6. Opfer Abrahams

7. Isaak segnet Jakob

8. Auszug aus Ägypten

9. Mannawunder

10. Aufblick zur ehernen Schlange

11. Wurzel Jesse

12. Leidensweg Jesu

rechts von hinten nach vorne:

1. Verkündung Mariens

2. Taufe Christi

3. Gleichnis vom Sämann

4. Gleichnis vom guten Hirten

5. Gleichnis vom barmherzigen Vater und verlorenen Sohn

6. Einzug in Jerusalem

7. Kreuztod Christi

8. Auferstehung

9. Himmelfahrt

10. Apokalyptische Frau, Erzengel Michael im Kampf mit dem Drachen

11. Auftrag Johannes Gottes Wort an die sieben Gemeinden zu verkünden

12. Einzug ins himmlische Jerusalem

 

Heilige:

Abraham (*1996 v. Chr. - †1821 v. Chr. nach jüdischer Zeitrechnung): Sein Geburtsname war Abram. Auf Geheiß Gottes wanderte Abram mit seiner Frau Sara und seinem Neffen los, in das Land, das Gott ihm zeigen werde und sie kamen nach Kanaan. Abram wurden Nachkommen prophezeit, doch er und seine Frau blieben kinderlos. Als Abram 99 Jahre alt war schloss Gott einen Bund mit ihm, er werde Vater vieler Völker werden, weshalb sein Name in Abraham geändert werde und als Bundeszeichen soll die Beschneidung eingeführt werden. Wieder gab es eine Prophezeiung, dass Sara ihm trotz ihres hohen Alters noch ein Kind schenken werde, so wurde Isaak geboren. Abrahams Gehorsam wurde schwer geprüft als Isaak bereits ein junger Mann war, wollte Gott, dass er ihn opfert. Was Abraham auch gemacht hätte, wäre Gott nicht im letzten Moment eingeschritten. Er starb alt und lebenssatt mit 175 Jahren. Abraham gilt sowohl im Judentum, im Christentum als auch im Islam als Vater der Glaubenden.

 
 

Adam und Eva (*3761 v. Chr. - †2831 v. Chr.; *3751 v. Chr. - †2831 v. Chr.): Adam und Eva sind laut biblischer Überlieferung die Stammeltern der Menschheit. Adam wurde von Gott geschaffen und als er unter den Tieren keinen Gefährten fand, so schuf Gott aus einer Rippe Adams Eva. Diese wurde von einer Schlange überredet eine Frucht des Baums der Erkenntnis zu essen, Adam kostete auch davon und sie wurden ihrer Nacktheit gewahr und schämten sich. Gott ließ sie durch Michael aus dem Paradies vertreiben. Ihnen wurden auch drei Kinder geboren, Kain, Abel und Set, danach noch weitere Söhne und Töchter.

 

Albertus Magnus (*1193 oder um 1206 - †1280): 1243 bis 1244 lehrte er an der theologischen Fakultät in Paris, wo Thomas von Aquin sein Schüler war. Er förderte den Plan zum Bau des Kölner Doms. Er war einer der ganz großen Theologen des Mittelalters, zudem war er einer der ersten Naturwissenschafter des Mittelalters und beschäftigte sich mit Medizin, Biologie, Chemie, Physik, Astronomie und Geologie, daher sein Ehrenname ‚Doctor universalis‘. Er beschäftigte sich eingehend mit Aristoteles, dessen Wissen bis zu dieser Zeit in den meisten Kreisen ablehnend gegenüber gestanden wurde.

 

Alfons Liguori (*1696 - †1787): Er stamm aus einer adligen Familie und strebte in jungen Jahren eine Karriere als Rechtsanwalt an. Als er einen wichtigen Prozess verlor aß und schlief er drei Tage lang nicht und musste ins Spital, wo ihm ein helles Licht umgab und ihn eine Stimme aufforderte ‚Verlasse die Welt und schenk dich mir‘. Er trat sein Erbe an seinen Bruder ab und studierte Theologie. Er gründete 1731 den Orden der Redemptoristen, deren Aufgabe es war das einfache Volk zu missionieren, indem sie das Leben und die Tugenden Christi möglichst nachahmten. Sein Einsatz während einer Hungersnot brachte ihm den Ehrentitel ‚Vater der Armen‘. 111 Bücher wurden während seines Lebens veröffentlicht, andere später. Sein Buch über Moraltheologie wurde bis heute bereits 120 mal aufgelegt.

 

Aloysius (*1568 - †1591): Er wurde adlig geboren und von seiner Mutter fromm erzogen. Mit 10 Jahren gelobte er in der Kirche Santissima Annunziata der Maria ewige Keuschheit. Er trat 1583 dem Orden der Jesuiten bei und zeichnete sich vor allem durch Krankenpflege im Hospiz und Seelsorge an Jugendlichen durch regen Briefverkehr aus, zudem widmete er sich theologischen Studien. Im Zuge seiner Tätigkeit während einer Pestepidemie, weil er sich bei der Pflege selbst ansteckte.

 

Augustinus (*354 - †430): In jungen Jahren von Geldnot betroffen schloss er sich einer Straßenbande an. Danach schloss er ein Studium in Rhetorik ab und konnte der Bibel aufgrund ihrer einfachen Sprache gar nichts abgewinnen. Er schloss sich der geistig religiösen Strömung, dem Manichäismus an, er erschien ihm als die tiefere und radikalere Form des Christentums. Seiner eigenen Aussage zufolge hatte er im Jahr 386 eine Erscheinung aufgrund welcher er zum Christentum konvertierte. Er war begeisternder Prediger und bekämpfte scharf alle abweichenden Lehren. 397 schrieb er einen Brief über Regeln für das Leben in einem Kloster. Daraus entstanden die Regeln für die in den kommenden Jahrhunderte weit verbreiteten Zweige des Autustinerordens. Er gilt als einer der größten Theologen der Kirchengeschichte. Überliefert sind fast 1000 Predigten, 113 Bücher  und 218 Briefe. In seinem bekanntesten Werk ‚Confessiones‘ (= Bekenntnisse), es umfasst 13 Bände und handelt von seinen jungen Jahren, schreibt er unter anderem von feuriger Gottesliebe schreibt, durch welche Passage ihm das Attribut des flammenden Herzens zugeschrieben wird. Augustinus gilt als der wichtigste Kirchenvater der Westkirche und wird ‚Kämpfer gegen Irrlehren‘ genannt.

 

Borromäus (*1538 - †1584): Er war der Sohn einer einflussreichen adligen Mutter und verschwägert mit dem Italienischen Hochadel. Von der Familie zum Kleriker bestimmt wurde er bereits im zarten Alter von 12 Jahren Abt der Benediktinerabtei Arona. Als Borromäus‘ Onkel Papst Pius IV. wurde holte er ihn zu sich nach Rom, wo Borromäus in einem luxuriösem Haus wohnte und rauschende Feste gab. Der Tod seines Bruders bewirkte in ihm einen radikalen Lebenswandel. Er nahm seine theologischen Studien wieder auf und führte ein asketisches Leben. Er verfasste mit anderen Theologen den unter seiner Leitung entstandenen ‚Catechismus Romanus‘, der für Pfarrer bis 1992 gültig blieb. 1564 wurde er zum Erzbischof von Mailand. 1576 bis 1578 wütete in Mailand die Pest und aufgrund der von ihm eingeleiteten Versorgungsmaßnahmen haben viele Menschen überlebt. Er selbst sollte diese Episode nicht unversehrt überstehen. 1584, im Alter von 46 Jahren, erlag er einem Fieberanfall, dessen sich sein Körper, ob der unermüdlichen Arbeit nicht mehr erwehren konnte. Die Karlskirche in Wien ist ihm, Karl Borromäus, geweiht, sie wurde aufgrund der 1713/14 in Wien wütenden Pest errichtet und 1737 fertiggestellt. Man nannte ihn ‚Lehrmeister der Bischöfe‘.

 

Gertrud die Große (*1256 - †1302): Als fünfjährige kam sie, wohl als Waisenkind, in das Zisterzienserkloster in Helfta, dort wurde sie wissenschaftlich und geistlich geschult und wurde dort auch Nonne. 1281 hatte sie eine Vision in welcher ihr Christus erschien und in die Nachfolge gerufen. Sie hatte noch weitere Visionen und die besondere Verehrung des Herzen Jesu sind Grund, dass sie gerne mit brennendem Herzen dargestellt wird. Als eine der großen Mystikerinnen Deutschlands erhielt sie den Beinamen ‚die Große‘.

 

Isaak (*1896 v. Chr. - †1716 v. Chr. nach jüdischer Zeitrechnung): Isaak ist der zweite Sohn Abrahams und der erste mit seiner Frau Sara. Sara wurde der Überlieferung nach aufgrund einer Verheißung Gottes im hohen Alter von 90 Jahren schwanger und das Kind soll auf den Namen Isaak hören. Er war es auch, der von Abraham im Alter von 25 Jahren geopfert werden soll, was Gott als Prüfung seines Gehorsams sah und ihn kurz davor noch davon abhielt. Als Isaak 60 Jahre alt war gebar Rebekka, seine Frau, Zwillinge, Esau und Jakob. 137 jährig wollte er Esau den Erstgeburtssegen erteilen, wurde aber von Jakob hintergangen und der Segen fiel stattessen auf Jakob. Er gilt ob seiner Opferung als Symbol Christi und als Vorgänger als ‚Lamm Gottes‘.

 

Jakob (*? - †1689 v. Chr.): Jakob, der Zwillingsbruder von Esau, war der Sohn Isaaks und damit der Enkel Abrahams. Durch eine List erschummelte sich Jakob den Segen Isaaks und damit das Erbrecht, obwohl Esau der Erstgeborene Sohn war. Aus Angst auf Rache Esaus sandte Rebekka Jakob nach Harran, wo ihm auf dem Weg dorthin Gott erschien und ihm die Verheißungen an Abraham wiederholte. Später zog er mit seiner Familie auf Geheiß Gottes wieder zurück in seine Heimat, wo ihm an einem Fluss jemand begegnete, mit dem er bis ins Morgengrauen kämpfte. Sein Widersacher gab sich schließlich als Gott zu erkennen, segnete ihn, gab ihm den Namen Israel und sprach ‚denn du hast mit Gott und mit den Menschen gestritten und hast gesiegt‘.

 

Johannes der Evangelist (*? – †um 101): In der christlichen Tradition wird Johannes der Apostel und Johannes der Evangelist gerne gleichgesetzt, was heute weder belegt noch widerlegt werden kann. Johannes war der 4 Jünger Jesu, nach Petrus, Andreas und seinem Bruder Jakobus. Laut Johannesevangelium war Johannes Jesu Lieblingsjünger. In der Urgemeinde nach Jesu Tod war Johannes zusammen mit Petrus prägend. Laut Paulus waren Petrus, Johannes sowie dessen Bruder Jakubus zu den Säulen der Urgemeinde. Die Forschung erkennt Johannes den Apostel nicht als Johannes den Evangelisten an. Eine Geschichte erzählt, dass er am Artemis-Tempel in Ephesos, einem Ort an dem er viel wirkte, nicht opfern wollte. Aristodemus, der Oberpriester zwang ihn zu einem Opfer, andernfalls müsse er Gift aus einem Kelch trinken, welches bereits zwei Verbrecher vor seinen Augen tötete. Er verneinte dies, schlug das Kreuz über dem Kelch, woraufhin das Gift in Form einer Schlange davonkroch. Deshalb wird er gerne mit Kelch und Schlange protraitiert. Aristodemus bekehrte sich daraufhin. Auch wurde er in Rom in einen Ölkessel geworfen, doch das Öl verwandelte sich in ein frisches Bad (auch mit Ölkessel wird er gerne protraitiert).

 

Johannes (*5v. Chr. - †nach 29): Hierbei handelt es sich um Johannes den Täufer. Christliche Kirchen sehen ihn als den letzten großen Propheten vor Jesus an. Johannes erkannte bei der Taufe Jesu dessen Besonderheit, bei dieser Taufe wurde Jesu Göttlichkeit auch zum ersten Mal offenbar, so sprach vom Himmel ‚Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen‘. Johannes klagte öffentlich über die unrechtmäßige Verbindung des Herodes Antipas mit seiner Schwägerin Herodias, was ihn den Kopf kostete. Neben Jesus und Maria ist Johannes der einzige, dessen Geburtstag gefeiert wird. Johannes- oder Sonnwendfeuer werden heute noch angezündet, ist der 24. Juni doch Johannes‘ Geburtstag. Diese Feuer sollen böse Dämonen und Hagelschäden abwehren. Dem Johannniskraut, das um diese Zeit blüht, schrieb man zu vor Teufeln und Geistern zu schützen; die Johannisbeere wird um diese Zeit reif; Johanniskäfer (Glühwürmchen) beginnen um diese Zeit zu leuchten.

 

Johannes vom Kreuz (*1542 - †1591): Er verlor früh seinen Vater und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. In jungen Jahren arbeitete er als Pfleger in einem Armenkrankenhaus. 1563 schloss er sich dem Karmeliterorden an, studierte Theologie und Philosophie und 1568 wurde er zum Priester geweiht. 1567 lernte er Teresa von Ávila kennen und untertützte ihren Reformkurs und lebte als strenger Eremit. Er gründete weitere Klöster und arbeitete eng mit Theresa von Ávila zusammen. Widerstände gegen den Reformkurs wurden größer und er wurde von der Inquisition wegen Überschreitung seiner Zuständigkeiten gefangen genommen. Im Gefängnis und Qualen ausgesetzt hatte er tiefe mystische Erfahrungen. Er flüchtete und der Streit wurde durch Trennung beschuhter und unbeschuhter Karmeliter gelöst, den unbeschuhten widmete sich Johannes. 1588 als Prior des zentralen Klosters der unbeschuhten Karmeliter erschien ihm viermal Jesus mit Botschaften. In einem anderen Kloster löschte er wie durch ein Wunder einen Brand und verscheuchte ein Unwetter. Er schuf eines der umfassendsten Werke der Mystik. Seine Werke wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht, da er sich vor Verfolgung durch die Inquisition fürchtete.

 

Josef (*? - †16?): Er ist der Vater von Jesus. Der Überlieferung nach war Josef bereits 80 Jahre alt als er erfuhr, dass Maria schwanger ist und wollte sich von ihr trennen, da er meinte sie ginge ihm fremd. Ein Engel klärte ihn dann auf, dass sie durch den heiligen Geist schwanger wurde und er blieb bei ihr. Nach der Geburt mussten sie wegen der Kindermorde nach Ägypten fliehen, um 4 Jahre später wieder nach Jerusalem zurückzukehren. Josef bleibt im neuen Evangelium stets leise, kein Wort von ihm ist überliefert.

 

Kain und Abel (*? - †um 3600 v. Chr.; *? - †3643 v. Chr. nach jüdischer Zeitrechnung): Kain war der erstgeborene Sohn von Adam und Eva und war Ackerbauer. Als sein Opfer von Gott nicht angenommen wurde erschlug er, trotz Warnung Gottes, seinen Bruder Abel. Als Strafe wurde er vom Acker vertrieben und erhielt das Keinszeichen, das ihn davor schützte selbst erschlagen zu werden. Der Mord an seinem Bruder gilt im Christentum als der erste Mord überhaupt und Abel war auch der erste Mensch der je starb.

 

König David (*1034 v. Chr. - †971 v. Chr.): Als junger Mann war er zunächst Hirte und Leiter einer Freischärlertruppe, was ihn in Zwist mit dem König Saul kommen ließ. Saul holte ihn an seinen Hof und machte ihn zu seinem Waffenmeister wo er gefährliche militärische Operationen durchzuführen hatte. Zu dieser Zeit trug es sich auch zu, dass er den körperlich weit überlegenen Goliath mit einer Steinschleuder bezwang. 1004 v. Chr. war er König von Juda und 997 v. Chr. König von Israel, wählte Jerusalem zum Regierungssitz und ließ die Bundeslade dorthin bringen. Privat schreckte er weder vor Mord noch vor Ehebruch zurück, so wurde ein Aufstand, den sein Sohn Abschalom leitete, blutig niedergeschlagen wobei auch sein Sohn den Tod fand. Er wurde nicht heiliggesprochen.

 

Margaretha Maria Alacoque (*1647 - †1690): Ihr Vater starb als sie 8 Jahre alt war und kam dann in ein Internat zu Klarissinnen. Mit 10 erkrankte sie an Kinderlähmung und musst 4 Jahre im Bett verbringen. Als sie gelobte in ein Kloster einzutreten wurde sie auf wundersame Weise geheilt. Sie tat Bußwerke und züchtigte sich selbst und hatte immer wieder Visionen und hörte Stimmen. Immer öfter sah sie Jesus und erlebte und erfühlte ‚die Leiden des Herzen Jesu‘. 1675 sah sie ‚das von Liebe entflammte Herz Jesu‘ und wurde dazu bestimmt ein ‚Herz-Jesu-Fest‘ zu verbreiten. Erst nach ihrem Tod wurde das erste Herz-Jesu-Fest begangen und 1856 wurde es von Papst Pius IX. in der katholischen Kirche verankert (an einem Freitag, 8 Tage nach Fronleichnam).

 

Maria und Martha von Bethanien (*1? - †im ersten Jahrhundert; *1? - †84?): Maria und Martha waren Geschwister und zugleich die Schwestern von Lazarus, den Jesus zum Leben erweckte. Alle drei waren Freunde Jesu, so wird nur von diesen drei und Johannes berichtet, dass Jesus sie ‚lieb hatte‘. Maria und Martha nahmen Jesus einmal auf in ihrem Haus. Dabei war es Maria klar, dass Jesu Lehren wichtiger sind als alles andere, Martha hingegen bewirtete Jesus und tadelte Maria, weil sie nichts tat. Jesus wies den Tadel zurück und verwies auf die Bedeutung seines Wortes. Nach dem Johannesevangelium hörte Maria, dass Jesus im Hause Simon des Aussätzigen speiste und ging dorthin, setzte sich aber nicht ihnen, sondern fiel Jesus von die Füsse, wusch diese mit ihren Tränen und trocknete sie mit ihren Haaren, womit die Salbung seines Leichnams kurz vor seinem Tod prophetisch vorweg genommen wurde.

 

Melchisedech (*? - †um 2000 v. Chr.): Er war wohl ein Priester des Höchsten Gottes und König von Salem (also König von Jerusalem). Mose berichtet, dass Abraham bei seinem Weg ins gelobte Land Melchisedech (oder Melchisedek) traf und von ihm zum Mahl geladen wurde. Melchisedech segnete Abraham im Namen des höchsten Gottes, weshalb Abraham ihm von da an den zehnten seiner Erlöse abgab. Laut Matthäusevangelium geht der Stammbaum Jesu über David bis Melchisedech zurück, was seine Abstammung aus einem Priestergeschlecht beweist. Er wurde nicht heiliggesprochen.

 

Michael: Es handelt sich hierbei um den Erzengel Michael. Der Überlieferung nach war er der Engel, der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieb und den Lebensbaum bewachte. Auch er war es, der das rote Meer teilte. Michael ist der Legende nach der Engel, der alles, das Gott seinen Rang streitig machen will, bekämpft. Viele Kämpfe und Siege werden ihm zugeschrieben. Er war der Schutzheilige des Heiligen römischen Reiches Deutscher Nation.

 

Noah (*3050 v. Chr. - †2100 v. Chr. nach jüdischer Zeitrechnung): Er war Sohn von Lamech und Enkel von Metuschelach (= Methusalem) und damit die zehnte Generation nach Adam und Eva. Im Alter von 500 Jahren zeugte er seine Söhne Sem, Ham und Japhet. Da Noah ein untadeliges Leben führte wurde er von Gott zum Bau der Arche auserwählt und er, seine Familie und von jedem Tier ein Paar durften die Sintflut überleben.

 

Petrus (*um 1 - †um 64): Petrus war ein Jünger Jesu und zuvor Jünger von Johannes dem Täufer. Hier nur in aller Kürze ein paar Momente im Leben Petri. Die Heilung seiner Schwiegermutter durch Jesus war eines der ersten Wunder durch Jesus. Als Jesus über das Wasser lief war Petrus skeptisch und wollte es ihm gleich tun, als Jesus ihn rettet erkennt Petrus ‚Du bist in Wahrheit Gottes Sohn.‘ Petrus verleugnete Jesus dreimal ehe der Hahn krähte, wie es ihm Jesus vorhersagte. Ihm wurde aufgetragen Menschenfischer zu werden und ihm wurde auf den Golan-Höhen die Schlüssel des Himmelsreichs übergeben, weshalb er heute noch als Bewacher der Himmelspforte gilt. Ihm sagte Jesus in einer Erscheinung ‚Weide meine Lämmer‘, weshalb er noch heute eine herausragende Stellung hat und die Päpste heute noch Nachfolger Petri genannt werden.

 

Paulus (*um 8 - †um 64): Saulus war gläubiger Jude und zog nach Jerusalem um im Glauben gelehrt zu werden. Er verfolgte die christliche Kirche und sah sie als jüdische Sekte an. Er bekam den Auftrag in Damaskus Christen zu verfolgen, doch am Weg dorthin hatte er eine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, was sein Leben änderte. Die bekannte Geschichte – Saulus wird zu Paulus. Er wurde selbst zum Christ und sah sich der Verfolgung ausgesetzt. Seine zweite Missionsreise führte ihn nach Europa, wo er Lydia von Philippi ,und damit den ersten Menschen in Europa, taufte. 57 wurde er gefangen genommen und ca. 61 nach Rom überstellt. Dort konnte er der Überlieferung nach 2 Jahre lang weiter predigen. Es gibt Annahmen, dass er dort 67 eines natürlichen Todes starb, andere wiederum sagen er starb 64 als Märtyrer bei der von Nero befohlenen Christenverfolgung. Er verfasste auch einige Briefe, die sich im neuen Testament wiederfinden.

 

Theresia (*1515 - †1582): Hier handelt es sich um Theresa von Ávila (die Große), da diese gerne mit einem Herz dargestellt wird und wir das von ihr Getragene als Herz interpretieren. Früh schon erkannte sie ihre bedingungslose Liebe zu Jesus und trat in ein Kloster ein und gründete später selbst noch Klöster (15 Frauenklöster und 16 Männerklöster gehen auf ihr Wirken zurück). Sie schrieb auch mehrere Bücher über ihre Biographie, das Klosterleben und mehr. Sie gilt als größte Mystikerin aller Zeiten. Sie hatte mehrere Visionen und für sie war Jesus ein Freund, das Gebet ein Verweilen mit einem Freund.