Allgemeines:

Die Kapelle heiliger Johannes Nepomuk wurde im Jahr 1757 erbaut. Zu dieser Zeit ragte der See noch bis zur Kapelle hoch. Einer Erzählung nach spielte der junge Franz Wilhelm Haas in seinen Kinderjahren gerne an diesem Platz am und im Wasser. Es trug sich einmal zu, dass dieser fast ertrank und von einem Flößer gerettet wurde. Zum Dank für die Rettung stiftete der Theologe Dr. Franz Wilhelm Haas in höherem Alter diese Kapelle und weihte sie natürlich dem Schutzheiligen der Brücken, Flößer und Schiffer, dem heiligen Johannes Nepomuk. Diese Kapelle wurde früher vor allem von Holz- und Schiffsleuten für den Gottesdienst aufgesucht.

 

Architektur:

Es handelt sich hierbei um einen barocken Zentralbau mit Kuppel und Laterne, geplant von Johann Michael Beer (zugeschrieben). Wände durch flache Wandpilaster und Rundbogenfenster gegliedert, darüber hinaus eine geschwungene Flachkuppel mit Laterne und Zwiebelhaube. Über dem Eingang steht die Figur des heiligen Johannes Nepomuk von Franz Anton Kuen oder Johann Josef Christian.

 

Altar:

Volutenaufbau mit offenem Gebälk. Das Gemälde zeigt die Glorie des heiligen Johannes Nepomuk von Franz Ludwig Herrmann, 1759. Auf dem Oberbild sieht man die Stigmatisation des heiligen Franziskus – zwischen den Bildern Kartusche mit Haas-Wappen. Figuren – links die heilige Maria dolorosa und rechts der heilige Johannes

 

Figuren:

Links steht der heilige Joachim – rechts die heilige Anna selbdritt (Anna mit Maria und Jesus), um 1680 (vom ehemaligen Hochaltar des St.-Anna-Klosters).

 

Gemälde:

Am Gewölbe sieht man Fresken, die Josef Ignaz Wegscheider zugeschrieben werden. Die Glorie des heiligen Johannes Nepomuk, in der Kartusche links Johannes Nepomuk hört die Beichte, in der Mitte der Sturz in die Moldau und in der Kartusche rechts die Marter des heiligen Johannes von Nepomuk.

 

Glocke:

1758 von Gebhard Andreas Aporta.

 

Heilige:

Anna (*? - †1?): Nach apokryphen Evangelien war Anna die Mutter von Maria und somit die Großmutter von Jesus Christus.

 
 

Franziskus (*1181/82 - †1226): Franz von Assisi, wie wir ihn besser kennen,war Sohn eines wohlhabenden Tuchkaufmanns und in jungen Jahren ein Soldat. Als er 1205 bei einem Feldzug nach Apulien war empfing er im Traum eine Vision, die ihn nach Assisi zurückkehren und das Soldatsein aufgeben ließ. Er sagte allen irdischen Gütern ab und enterbte sich auch selbst von dem Hab und Gut seines Vaters. 1209/10 gründete er den Orden der ‚Minderbrüder‘ = Minoriten. Er gründete einige Kloster, nicht nur in Italien. Er wollte am Leiden Jesu Anteil haben, weswegen er nach 40 tägigem Fasten auf dem Berg La Verna stigmatisiert wurde. Er gilt als der erste Stgmatisierte überhaupt. Die Entbehrungen nagten zunehmend an seiner Gesundheit und so starb Franz von Assisi in seinem ersten gegründeten Kloster und wurde, nach seinem Willen, am sogenannten Höllenhügel begraben, dort wo sich ein Massengrab für Verbrecher, Prostituierte und Diebe befand. Auch nach seinem Tod folgten dem Pater Seraphicus (wie er auch genannt wird).

Johannes der Evangelist (*? – †um 101): In der christlichen Tradition wird Johannes der Apostel und Johannes der Evangelist gerne gleichgesetzt, was heute weder belegt noch widerlegt werden kann. Johannes war der 4 Jünger Jesu, nach Petrus, Andreas und seinem Bruder Jakobus. Laut Johannesevangelium war Johannes Jesu Lieblingsjünger. In der Urgemeinde nach Jesu Tod war Johannes zusammen mit Petrus prägend. Laut Paulus waren Petrus, Johannes sowie dessen Bruder Jakubus zu den Säulen der Urgemeinde. Die Forschung erkennt Johannes den Apostel nicht als Johannes den Evangelisten an. Eine Geschichte erzählt, dass er am Artemis-Tempel in Ephesos, einem Ort an dem er viel wirkte, nicht opfern wollte. Aristodemus, der Oberpriester zwang ihn zu einem Opfer, andernfalls müsse er Gift aus einem Kelch trinken, welches bereits zwei Verbrecher vor seinen Augen tötete. Er verneinte dies, schlug das Kreuz über dem Kelch, woraufhin das Gift in Form einer Schlange davonkroch. Deshalb wird er gerne mit Kelch und Schlange protraitiert. Aristodemus bekehrte sich daraufhin. Auch wurde er in Rom in einen Ölkessel geworfen, doch das Öl verwandelte sich in ein frisches Bad (auch mit Ölkessel wird er gerne protraitiert).

 
 

Joachim (*? - †12 v.Chr.?): Joachim ist der Vater von Maria und somit der Großvater von Jesus Christus.

 

Nepomuk (*um 1345 - †1393): Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche gegenüber dem König führten zu seiner Bekanntheit beim Volk, mit dem König Wenzel IV. hingegen nahmen die Streitigkeiten zu. Es soll sich zugetragen haben, dass die Königin Johannes (von) Nepomuk zu ihrem Beichtvater nahm und der König, Wenzel IV., Johannes die Beichte seiner Frau abringen wollte. Johannes aber brach das Beichtgeheimnis nicht woraufhin er gefoltert und in die Moldau geworfen wurde. Richtiger ist wohl die Erzählung, dass König Wenzel und der Prager Erzbischof Jenzenstein eine Auseinanderetzung hatten in die auch Johannes Nepomuk involviert war. Der Erzbischof konnte fliehen, Johannes jedoch wurde gefoltert, auch durch den König selbst mit Pechfackeln verbrannt, durch die Straßen geschleift und schließlich in der Moldau ertränkt.