Allgemeines:

Die Ruine, die sich hier zeigt, war die einstige Festung Hohenbregenz. Diese Festung wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts errichtet und bot vielen Bregenzer Herrschern einen schönen Wohnsitz mit noch schönerem Blick über ihre Herrschaft. 1647 wütete der 30 jährige Krieg bereits 29 Jahre und Bregenz ist bis dahin von kriegerischen Handlungen verschont geblieben. Das änderte sich aber Anfang Januar 1647 als die Schweden Bregenz einnahmen. Vor ihrem Abzug im März 1647 sprengte Karl Gustav Wrangel, der Befehlshaber der Schweden, noch die Festung Hohenbregenz sowie die Schanzen an der Klause. Um 1670 wurde eine Eremitenklause errichtet und langsam kamen immer mehr Wallfahrer, um den heiligen Gebhard zu verehren. Gebhard von Konstanz (*949 - †995) wurde als vierter Sohn des Grafen Ulrich von Bregenz geboren und war von 979 bis 995 Bischof von Konstanz und gründete auch das Kloster Petershausen bei Konstanz. Laut meiner Volksschullehrerin wurde Gebhard in diesem Gebäude geboren, was ich bezweifle, da die Festung wie es scheint erst nach seinem Tod errichtet wurde. Die Kapelle wurde 1723 geweiht und bereits 1742 vergrößert. 1791 war ein Brand weswegen ein Neubau vonnöten war. Die Ausstattung wurde schließlich 1895 erneuert.

 

Architektur:

Hierbei handelt es sich um eine einfache einschiffige Anlage. Achteckiges Glockentürmchen aus dem Jahr 1820 durch Franz Fessler. An der Chorstirnwand befindet sich ein polygonaler Erker auf 3 – 4fach gekragten Konsolen mit Rechteckfenstern in Rundbogenlaibung. Innen ist das Langhaus einschiffig und vierjochig mit Stichkappentonnengewölbe auf auf Gebälkstücken mit halbhohen Flachpilastern. Chorraum ist zweijochig mit geradem Abschluss und Stichkappentonnengewölbe.

 

Altar:

Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1795 und ist ein Viersäulenaufbau mit geradem verkröpftem Gebälk, Viersäulenaufsatz und Rundbogenabschluss. Das Gemälde zeigt die Geburt des heiligen Gebhard mit Vater Ulrich und Mutter Dietburga von Franz Xaver Drexel aus dem Jahr 1762. Die Figuren an den Seiten zeigen links Papst Gregor und rechts den Bischof von Konstanz, um 1765. Im Aufsatz steht der heilige Ulrich (so steht es zumindest im DEHIO Vorarlberg, das die Vorarlberger Kunstgüter beschreibt, jedoch lassen die Attribute (Totenkopf und Tiara) eher vermuten, dass es sich hierbei um Gebhard selbst handelt, wird dieser doch damit abgebildet und Ulrich von Augsburg mit Buch und Fisch).

Seitenaltäre:

Der linke Seitenaltar ist übereck gestellter Zweisäulenaufbau. Das Gemälde zeigt die heilige Maria mit Kind, von Gebhard Flatz, 1829 (vom Künstler geschenkt). Der rechte Seitenaltar ist gleich aufgebaut wie der linke und auf dem Gemälde ist Jesus Kiderfreund, ebenfalls von Gebhard Flatz (Stiftung der Stadt Bregenz).

 

Fresken / Wandmalereien:

Diese wurden 1895/96 von Gebhard Fugel (die Personen) und Hans Martin (die Dekoration) gemalt. Im Chorraum an der Decke ist der heilige Gebhard mit einer Ansicht von Bregenz zu sehen. Im Langhaus an der Decke von hinten nach vorn: Gebhards Eintritt in die bischöfliche Schule des heiligen Konrad in Konstanz; Grundsteinlegung des Klosters Petershausen; Heimkehr Gebhards aus Rom mit Reliquien des Papstes Gregor I. In den Stichkappenzwickeln die Symbole Baum, Schaf, Kahn und Delfin. Am Chorbogen eine große Zeichnung – in der Mitte das Lamm Gottes – an den Seiten musizierende Engel.

Im Langhaus in den Stichkappenzwickeln rechts von hinten nach vorn: Voraussage Gebhards als Bischof; Priesterweihe; Bischofsweihe; links vorn vorne nach hinten: Überführung der Maler; Tod Gebhards; und schließlich dessen Begräbnis

 

Heilige:

Gebhard (*949-†995): Er wurde im Schloss Hohenbregenz geboren und bei seiner Geburt starb seine Mutter, weshalb er in der Domschule in Konstanz erzogen wurde. Kaiser Otto II. ernannte ihn im Jahr 979 zum Bischof von Konstanz. Er war Patenonkel von Otto III. und gründete 983 das Benediktinerkloster Petershausen. Er soll auch einen Lahmen geheilt haben, indem er ihn an seinem Stab aufrichtete. Schon unmittelbar nach seinem Tod wurde er als Heiliger verehrt.

 

Georg (*um 280 - †305): Einer der beliebtesten Heiligen der christlichen Welt. Er soll zahlreiche Folter über sich ergehen haben lassen müssen und sei auch dreimal gestorben und wieder auferstanden. Größte Bekanntheit hat die Legende über den Drachenkampf. In einem See vor der Stadt Silena in Lybia (oder Cyrene) hauste ein Drachen, dem die Bewohner täglich Lämmer opfern mussten. Als diese aus waren wurden Söhne und Töchter geopfert. Als das Los die Königstochter traf und sie am See war erschien Georg schwang die Lanze mit dem Zeichen des Kreuzes und durchbohrte das Monster. Er wurde in die Stadt transportiert und Georg versprach das Biest zu töten wenn die Bewohner zum Christentum konvertierten. Nachdem Georg den Drachen getötet hatte ließ sich der König, sowie der Rest des Volkes taufen. Georg ist ein der 14 Nothelfer.

 

Gregor/Gregorius (*540 - †604): Er war Sohn eines sehr reichen Vaters, studierte Grammatik, Rhetorik und Verwaltungswesen und wurde bereits mit ca. 30 Jahren Präfekt. Nach dem Tod seines Vaters, gründete aus dem Palast der Familie ein Kloster,  veräußerte er das ganze Hab und Gut und gründete 6 weitere Klöster. Zahlreiche Wohltaten, Bittgänge und wunderbare Wirkungen wurden seinen Gebeten und Bemühungen zugeschrieben. 590 gab es eine Überschwemmung, gefolgt von der Pest in Rom, dieser fiel auch der damalige Papst Pelagius II. zum Opfer. Die Wahl des neuen Papstes fiel auf Gregor. Unter Gregor übernahm das Papsttum die Macht in Italien. Es gelang ihm Rom vor Byzanz als Zentrum des Christentums zu installieren. Ihm ist es zuzuschreiben, dass England, die Langobarden und auch Spanien rekatholisiert wurden. Er führte die gregorianischen Choräle, sowie die 7 Todsünden ein. Auch Wunder werden ihm zugeschrieben.

 

Konrad (*um 900 - †975): Konrad war der Sohn des Welfengrafen Heinrich von Altdorf und kam bereits mit 8 Jahren in die Konstanzer Domschule. 934 wurde er zum Bischof von Konstanz geweiht. Er zeichnete sich durch Mildtätigkeit und Frömmigkeit aus und brachte von Wallfahrten Reliquien des Kreuzes Christi mit. Einen Großteils seines Hab und Guts gab er zur Errichtung von Kirchen und einem Hospital. Der Überlieferung nach war er sehr selbstbeherrscht, so wird berichtet, dass während des Pontifikalamtes zu Ostern eine Spinne in den Kelch fiel, er trank dies trotzdem ohne Scheu. Als er sich zum Mittagessen desselben Tages niedersetzte krabbelte diese unversehrt wieder aus seinem Mund.